Claus Clément

An und für und zu Jan Franzen

Von Claus Clément

Überraschende Entdeckungen gibt es auch dort zu machen, wo man sie nicht vermutet. So in Nordfriesland, genauer im Stapelholmer Heimatkrog in Seeth – einem ansehnlichen Dorf mit knapp 700 Einwohnern. Hier findet man nicht nur gepflegte Gastlichkeit in schönem Ambiente, sondern eben auch überraschende Kunst. Geschaffen, gemalt vom Wirt Jan Franzen (geb. 1962). Und seine Kunst zeigt keine üblichen bemühten „Heimatbilder“, nein, es sind spannende Farb-Abstraktionen und Material-Collagen in immer neuen Varianten.

Dahinter steckt eine eigenständige Entwicklung über viele Jahre, die Ursache und Wirkung hat: Jan Franzen entdeckte spätestens seit der Lehre als Dekorateur seine musischen Ambitionen und seine Lust am malerischen Umgang mit Farben beim freien Schaffen eigener Bilder. Zuerst recht gegenständlich, nach dreijährigen Experimenten schon freier, dann erschließt sich Jan Franzen ein spontanes koloristisches, abstraktes Malen. Und das ist für ihn ein permanenter Prozess, eben auch des Scheiterns einzelner Bilder – aber als immer neue Chancen, selbst beim erneuten Übermalen älterer und beim Finden neuer Bilder. Und damit entdeckte Franzen auch das Negieren von Farbe, hin zu kontemplativen schwarzen Bildern in delikaten schummrigen Schattierungen. Danach dann wieder sein malerisches Schwelgen in Farberuptionen. Eine Freiheit, die oft nur selbstsichere Autodidakten wie Jan Franzen meistern können. Inzwischen umfasst Franzens Werkkomplex neben vielen Farb- und Schwarz-Abstraktionen auch Material-Bilder aus Sackleinen sowie grafische Arbeiten auf Papier, so zum Beispiel ausdrucksstarke Linolschnitte und – ganz aktuell – spontane Ölkreide-Zeichnungen.

Vorbilder gab und gibt es einige für Franzen. Ganz am Anfang seines Schaffens waren es die Heroen Van Gogh, Picasso etc., von den Postern und Kunstpostkarten der damaligen Zeit. Bis er in den 80er Jahren die großen abstrakten Maler Emil Schumacher oder Emilio Vedova entdeckte. Hier kommt ihm die Erkenntnis, dass deren Werke eine zeitgemäße Kunst darstellen, die ihn fesselt. Franzens Neugier und sein Interesse gelten seither Besuchen großer inspirierender Ausstellungen, wie Reisen zur Documenta und zur Biennale nach Venedig. Sein Sammeln von Kunstbänden und aktuellen Katalogen ist inzwischen zu einer veritablen Kunstbibliothek angewachsen.

Franzens Existenzgrundlage ist zwangsläufig der mit seiner Frau Ute betriebene Heimatkrog – aber seine Leidenschaft gehört der Arbeit im angegliederten Atelier. Hier entstehen seine Bilder, Objekte und Grafiken, die dann im Festsaal und der Gaststube ausgestellt werden. Bei den Einheimischen allerdings nur mit vereinzelter Resonanz – dafür aber mit mehr Akzeptanz bei Künstlerfreunden und engagierten Sammlern. Aber manchmal gilt der Prophet im eigenen Lande nicht so viel wie Jan Franzen im fernen Polen wo er 1998 in Krakau und 1999 in Myslenice mit großem Erfolg in den städtischen Galerien ausstellte.

2006 gründeten, eröffneten Jan und Ute Franzen die Galerie „Ochsenblut“, die kleinste Galerie Deutschlands im schmalen ehemaligen Maschinenhaus der Viehwaage. Originell und original werden hier die eigenen künstlerischen Werke im Wechsel mit Arbeiten der Künstlerfreunde ausgestellt, unter anderem mit Zeichnungen von Michael Naura und Skulpturen von Uli Schmied.

So eröffnen sich hier in Nordfriesland weite Horizonte und sehenswerte Entdeckungen – und nicht zuletzt bei den Werken von Jan Franzen, der selbstsicher seine künstlerischen Wege weiter malend geht – denn hinter dem Horizont geht’s immer weiter...

Claus Clément

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Letzte Änderung: 22.10.2017

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